Das sehr moderne Leben
(Berlin, November 2010) Die DaPhi GmbH stattet ihr erstes öffentliches Gebäude mit IT-Technik aus. Es ist die Bezirksbibliothek Friedrichshain Kreuzberg, die im Herbst 2010 in einen modernisierten Plattenbau zieht. 2682 Quadratmeter auf vier Stockwerke verteilt, die es nicht nur mit WLAN zu versorgen gilt. Und da jedem Anfang bekanntlich ein Zauber inne wohnt, wollen wir diesen hier bei DaPhi Inside ein wenig festzuhalten versuchen.
„Wie können Bibliotheken heute überleben?“ fragt Franz Schulz, Bezirksbürgermeister von Friedrichshain, bei der Eröffnungszeremonie der neuen Bezirkszentralbibliothek an der Frankfurter Allee. DaPhi Systemintegrator Waldemar Schimanowski schaut etwas verdutzt in die illustre Runde der geladenen Premierengäste. Er hatte bis zum Morgen noch die neueste Computertechnik installiert, das WLAN-Netz, das im ganzen Gebäude funktionieren muss, noch einmal überprüft, die Laptops für Vorträge konfiguriert. Und jetzt hört er: Überleben? Aber der Bezirksbürgermeister lächelt. Die Frage war eine rhetorische, angesichts einer Bibliothek, die sich in allen Belangen auf der Höhe der Zeit zeigt. DaPhi konnte hier erstmals sein Fachwissen für die Ausstattung eines öffentlichen Gebäudes bereitstellen. Wobei die Anforderungen einer Bibliothek sich noch spezieller gestalten.
Hier wird Wii gespielt
„Jetzt darf ich aber wieder“, ruft der elfjährige Milan, der schon ganz hibbelig hinter einer Reihe von Spielkameraden steht, die vor sich kleine, weiße Lenkräder in die Luft winden. Vor ihnen ein großer Bildschirm, auf dem das Urgestein der Firma Nintendo, der Mario, zu den Bewegungen der Kinder mit seinem Kart in die Kurve geht. Hier wird Wii gespielt. Eine Spielkonsole, der neuesten Generation, die durch Zusatzgeräte wie Wippen, auf denen man balancieren muss, Tennisschläger oder eben durch kabellose Lenkräder für Aufsehen sorgte. Auch das ist heute Bibliothek: Computermedien. Und im Falle einer modernen Bibliothek kann man diese auch vor Ort nutzen. Ein Gerät, das DaPhi in seiner bisher zehnjährigen Geschichte als IT Systemhaus noch nie in die Ausstattung eines Hauses integriert hatte. Ungewohnt, aber auch nicht vom anderen Stern. Schließlich ist auch eine Spielkonsole im Grunde ein Computer.
Groß war die Freude als wir Ende des Sommers die Ausschreibung für die IT-Ausstattung des neuen Gebäudes der Bezirkszentralbibliothek gewannen. Nach einem jahrelangen Mietvertrag in der Grünberger Straße hatte sich der Bezirk ein stadteigenes Gebäude herausgesucht, das man genau auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden konnte. Eine moderne Bibliothek sollte es werden, die „einen entscheidenden Beitrag zur Lebensqualität im Bezirk“ leisten soll. „Die Herausforderung für uns“, erzählt Geschäftsführer Daniel Strobl, „war es, die technische Ausstattung der Bibliothek so zu gestalten, dass sie möglichst lange als modern gilt. Ein weiterer Punkt war die Robustheit, da die Geräte nahezu täglich von vielen verschiedenen Menschen benutzt werden.“ Eigentlich ähnliche Bedingungen wie in der Ausstattung der Hotellobbys. Damit hatte DaPhi anno 2000 angefangen. „Ja, da kam uns unsere langjährige Erfahrung in diesem Bereich zu Gute. Wir kennen uns mit ständig wechselnden Nutzern der Geräte aus.“
Am anderen Ende der Evolutionslinie
Für diesen Ansatz der Modernität war das alte Gebäude genau die richtige Wahl, denn es handelt sich um die ehemalige Heinrich-Hertz-Oberschule, die bei ihrem Einzug im Jahre 1969 bereits Computer im Unterricht einsetzte. Genauer gesagt, den SER2, den ersten volltransistorisierten Kleinrechner der DDR. Modernität war so schon immer in diesen Mauern zu Hause. Das gibt einem solchen Auftrag, für den neuesten Stand der IT-Technik zu sorgen, natürlich eine besondere Note. „Man steht quasi am anderen Ende der Evolutionslinie“, kommentiert Herr Strobl diesen Zustand sichtlich stolz. Was auf diesem Evolutionsweg passiert ist, beschreiben die Kennzahlen. War der Speicher des SER2 Rechners gerade mal 768 Byte groß, so warten die Rechner, die Herr Schimanowski heute in der 3. Etage im neuen Multimedia Lerncenter verkabelte, dagegen mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher auf. Das sind 4.000.000.000 Byte!
Ein besonderer Service
„Wir wollen bei diesem Auftrag, aber auch einen Punkt nicht vergessen, der dem Begriff der Informationstechnik (IT) eine weitere Dimension verleiht“, hebt Herr Strobl gutgelaunt seine Augenbrauen und zeigt auf fünf eBook-Reader, die in Nähe des Multimediaraumes zur Ansicht, zur Benutzung, ja, eben zur Information ausliegen. Eine mögliche Variante, wie wir in einem Morgen vielleicht Buchinhalte rezipieren werden. „Ein besonderer Service“, wie Herr Strobl findet. DaPhi stellte für die Bibliothek hier fünf der aussichtsreichsten Geräte zusammen, die nun allen Besuchern für eine Leseprobe zur Verfügung stehen.
Es wird gejohlt
Am Wochenende nach der Einweihung dann der Ernstfall: die Friedrichshainer und Kreuzberger stürmen die neue Bibliothek. Das Außengeländer wird zum längsten Fahrradständer des Bezirks, das Gebäude nickend beäugt, die aparte Holzlamellenfassade bestaunt, die, laut Architekt, mit dem sich stetig ändernden Lichteinfall „wie ein sich im Wind wiegendes Kornfeld“ wirken soll. Oben im Multimedia Lerncenter, wo DaPhi zehn PCs installiert hat, füllen sich schnell die Plätze. Hier kann mit der neuesten Software gearbeitet werden. Und ins Internet geht es mit der DaPhi eigenen DaPhix Software. Schnell wird auch klar: die Wii war eine gute Idee. Die Kinder drängeln sich um das neue Spielgerät. Es wird gejohlt, und es ist laut. Nicht ganz so klassisch stille Bibliothek, dafür voller Leben, einem sehr modernen.
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